Spanische Musikkultur: Eine Bereicherung für jeden Kiez

Redaktionsleitung

Klassische Flamceno Gitarre
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Nicht umsonst gibt es auf nahezu jedem Kiez in Deutschland zumindest ein spanisches Restaurant oder eine Kneipe. Die spanische Kultur ist hierzulande sehr beliebt, und mit ihr natürlich auch die Musik. Warum das so ist, beleuchten wir hier.

Spanien und Musik gehören zusammen!

Spanien war schon immer ein sehr musikalisches Land. Bereits in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten bildeten Toledo, Sevilla und Zaragoza die Zentren der spanischen Musikkultur. Meist wurden Volkslieder gespielt und dazu getanzt. Ein Beispiel für solche Tänze sind Flamenco und Paso Doble. Die Liedtexte wurden maßgeblich von den Arabern beeinflusst.

Im 15. Jahrhundert entstanden die ersten Lieder für Orgel, Gamben sowie das Cembalo. In dieser Zeit lassen sich primär niederländische und italienische Einflüsse erkennen, die im A-capella-Stil deutlich werden. Eine Eigenheit der spanischen Musikkultur ist die Zarzuela, eine Singspieloperette, die sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut. Neben diesen Musikrichtungen existiert in Spanien, wie in anderen Ländern auch, eine eigenständige Rock – und Popkultur.

Erfolgreiche spanische Musiker

Ein Mann, der die spanische Musik der heutigen Zeit wesentlich beeinflusste, ist Alejandro Sanz. Er gilt als einer der größten Sänger Spaniens und schrieb unter anderem bedeutende Hits für Stars wie Ricky Martin und viele andere. Sanz komponiert und textet alle Songs selbst.

Ein weiterer Star der spanischen Musikszene ist die Band „Jarabe de Palo“ (deutsch: „Zuckerbrot und Peitsche“). Die 5-köpfige Combo ließ sich von Künstlern wie The Clash, Bob Marley und Santana inspirieren. Ihre Nummer Eins Hits „La Flaca“ und „Bonito“ blieben wochenlang in den Charts.

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Einer der erfolgreichsten spanischen Sänger aller Zeiten ist Joaquin Sabina. Seine Singles „Pongamos que hablo de Madrid“ und „Inventario“ sind weltbekannt. Sabina bekam u. a. die spanische „Goldmedaille der schönen Künste“ von König Juan Carlos überreicht.

Ebenfalls großen Ruhm erlangte die spanische Künstlerin Charo. Ihre Markenzeichen sind die Ballade „Chuchi Chuchi“ und das Protestlied gegen den Stierkampf „Espana Cani“. Die Sängerin begeistert mit ihren heißen Rhythmen insbesondere auf der Flamenco Gitarre unzählige Menschen.

Die spanische Nationalhymne

Die spanische Nationalhymne heißt offiziell „Marcha Real“, was übersetzt „Königlicher Marsch“ bedeutet. Sie zählt zu den ältesten in ganz Europa – es ist allerdings nicht ganz sicher, wo sie ihren Ursprung hat. Bekannt ist: Ab 1770 wurde die Hymne immer öfter als Ehrenmarsch für den König gespielt, einige Jahre danach machte man sie auch offiziell zur spanischen Nationalhymne.

Witziges Detail: Zur spanischen Hymne gibt es keinen offiziellen Text. Auch wenn im Laufe der Geschichte immer wieder versucht wurde, sie mit einem Text zu unterlegen, konnte sich nie eine Version nachhaltig durchsetzen.

Flamenco: Der spanische Nationaltanz

Die Herkunft des Namens Flamenco ist ungewiss. Es gibt die Vermutung, dass der Name aus dem Flämischen stammt. Eine Legende besagt: Als Karl V. mit seinen Truppen 1517 nach Kastilien kam, sollen sie als Flamencos beschimpft worden sein. Später wurde der Begriff dann auf die Musik der Zigeuner übertragen.

Das deutsche Wort Flamme könnte ebenso seinen Teil zur Namensgebung des Flamencos beigetragen haben. Flammen werden in der Regel mit Hitze und Leidenschaft verbunden. Und wer Flamenco kennt, der weiß, dass dieser Tanz ohne Feuer und Leidenschaft nicht das wäre, was er ist.

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Sicher ist im Vergleich zu den verschiedenen Legenden der Namensgebung des Flamenco, dass er im 18. Jahrhundert seinen Ursprung hat. Angefangen hat die Leidenschaft mit Gesang, der auch heute noch einen wesentlichen Anteil an einer guten Flamenco-Aufführung hat. Begleitet wurde der Flamenco-Gesang schon immer vom Händeklatschen. Die Hochphase des Tanzes war zunächst in den Jahren 1869 bis 1910, in den darauf folgenden Jahren verlor der Flamenco dann an Popularität. Im späten 20. Jahrhundert entdeckte die Welt das Feuer des Flamencos wieder neu. Daran hat sich bis heute nichts geändert.