Kiez-Bewohner haben oft einen besonderen Geschmack, das betrifft auch Specials wie etwa ein in der Wohnung platziertes Aquarium. Da darf es eben nicht das 80-Liter-Standardbecken mit ein paar Goldfischen sein, etwas Exklusives muss her. Zwei dieser besonderen Aquarium-Typen stellen wir hier vor.
Welches Aquarium passt zur Wohnung?
Bevor man sich für ein besonderes Aquarium entscheidet, lohnt sich ein kurzer Blick auf Platz, Pflegeaufwand und Erfahrung. Wer wenig Stellfläche hat und ein ruhiges, kleines Becken sucht, landet oft beim Nano Aquarium. Wer dagegen Technik, Aufwand und eine eindrucksvolle Unterwasserlandschaft nicht scheut, findet im Meerwasseraquarium die spannendere Variante.
Für die Entscheidung helfen vor allem drei Fragen: Wie viel Platz steht zur Verfügung? Wie viel Zeit kann regelmäßig für Pflege und Kontrolle eingeplant werden? Und soll das Aquarium eher ein dekoratives Wohnobjekt oder ein anspruchsvolles Hobby mit mehr Technik sein?
Das Nano Aquarium
Viele Kiezwohnungen bieten nur begrenzt Platz. Das sogenannte Nano Aquarium – ein Aquarium im Mini-Format – findet daher hier besonders viel Anklang. Doch Vorsicht: Nano Aquarien sind ein empfindliches System, welches mit Erfahrung und viel Aufmerksamkeit gepflegt werden sollte. Das Nano Aquarium stellt mit seinen 12 – 35 Liter Wasservolumen ein kompaktes Ökosystem dar, in dem trotzdem sowohl Fische als auch kleine Schnecken, und/oder Garnelen ihren Lebensraum finden.
Zur Auswahl stehen grundsätzlich vier Tierarten: Fische, Schnecken, Garnelen und Krebse. Dabei sollte es immer die entsprechende Zwergen-Gattung sein. Bei den Garnelen sind dies zum Beispiel die Gattungen Caridina und Neocaridina, welche durch ihre feuerrote Farbe besonders beliebt sind. Die Zebra-Rennschnecke ist hingegen besonders wegen ihrer Lieblingsnahrung begehrt – sie ernährt sich von Algen und Futterresten, wodurch sie ganz nebenbei für ein sauberes Aquarium sorgt. Unter den Zwergflusskrebsen sind die Cambarellus besonders spannende Gesellen, welche überwiegend am Tage aktiv sind. Da sie großartige Kletter-Akrobaten darstellen, sollte das Nano Aquarium über einen sicheren Deckel verfügen. Unter den Fischen sind es vor allem Killis, die an ein geringes Platzangebot von Natur aus gewöhnt sind. Die farbenfrohen Mini-Fische bleiben jedoch am liebsten unter sich und mögen keine anderen Unterarten.
Wichtig bei einem Nano Aquarium ist die Wasserqualität. Aufgrund des geringen Volumens kann sich das Wasser kaum selbst reinigen, daher ist eine effektive Filteranlage nötig.
Warum Nano Aquarien so empfindlich sind
Ein Nano Aquarium reagiert schneller auf Veränderungen als ein großes Becken. Schon kleine Schwankungen bei Fütterung, Wasserwechsel oder Besatz können sich stärker auswirken, weil das Wasservolumen begrenzt ist. Genau deshalb brauchen Nano Aquarien besonders konsequente Pflege und eine zurückhaltende Besatzplanung.
Typische Fehler sind zu viele Tiere, zu häufiges oder zu reichhaltiges Füttern und eine zu hastige Einrichtung ohne ausreichend stabile Wasserwerte. Wer ein Nano Aquarium plant, sollte deshalb lieber schrittweise vorgehen und das Becken nicht überladen.
Wer es perfekt machen möchte, sucht nach einer „Osmoseanlage Aquarium“ im Netz oder beim Händler und stattet sein Aquarium damit aus – eine perfekte Wasserqualität ist so garantiert.
Einrichtung und Pflege in der Praxis
Damit ein Nano Aquarium stabil läuft, sollte die Einrichtung in Ruhe erfolgen: Becken aufstellen, Bodengrund einbringen, Technik einsetzen und erst dann die Tiere nach und nach hinzufügen. Wichtig ist, nicht alles auf einmal zu besetzen, sondern dem System Zeit zur Eingewöhnung zu geben.
Auch später gilt: regelmäßige Kontrolle, maßvolle Fütterung und sorgfältige Wasserpflege sind wichtiger als spektakuläre Dekoration. Gerade bei kleinen Becken ist weniger oft mehr.
Nano Aquarium oder Meerwasseraquarium?
Die beiden Beckenarten unterscheiden sich vor allem im Aufwand: Ein Nano Aquarium ist platzsparend, aber pflegeintensiv in der Kontrolle der Wasserwerte. Ein Meerwasseraquarium ist technisch aufwendiger und benötigt deutlich mehr Planung, bietet dafür aber eine besonders eindrucksvolle Gestaltung.
- Nano Aquarium: geeignet für kleine Räume und als kompakter Einstieg mit klar begrenztem Besatz.
- Meerwasseraquarium: geeignet für Nutzer mit Erfahrung, technischer Bereitschaft und dem Wunsch nach einer aufwendigeren Unterwasserlandschaft.
Wer noch unsicher ist, sollte nicht nur nach Optik entscheiden, sondern vor allem nach Pflegeaufwand, Platz und Besatzwünschen.
Viele begeisterte Aquarianer liebäugeln mit einem Meerwasseraquarium, doch sie wissen auch, dass für den Betrieb viel Technik und ein besonderer Pflegeaufwand nötig sind. Die so geschaffene Unterwasserlandschaft entschädigt jedoch für die Mühen, denn Salzwasserfische und Pflanzen bieten eine ganz neue Dimension und sind einfach faszinierend.
Es gibt verschiedene etablierte Methoden, ein Meerwasseraquarium einzurichten. Am bekanntesten sind das Berliner System und das Jaubert-System. Wir stellen sie kurz vor:
Das Berliner System
Das Berliner System arbeitet mit einem tiefer liegenden Unterbecken, in dem sich Kammern mit technischen Geräten wie der Eiweißabschäumer und der Kalkreaktor befinden. Durch ein Rohrsystem werden vom oberen Aquarium alle schädlichen Stoffe in das darunterliegende Becken geführt, es durchläuft dann die Kammern und wird gereinigt. Mit Hilfe einer Filterpumpe gelangt das Wasser wieder ins obere Becken.
Das Jaubert-System
Mit dem Jaubert-System kann ein Riffaquarium aufgebaut werden, in dem Steinkorallen und andere wirbellose Tiere heimisch werden. Bei diesem Becken wird 8-10 mm körniger, grober Korallensand als Bodengrund in das Becken gebracht. In diesen Bodengrund wird anschließend ein Hohlraum eingearbeitet, der die Entstehung giftiger Schwefelgase im Bodengrund verhindert.
Was gibt es noch beim Meerwasser Aquarium zu beachten?
Typische Fehler beim Meerwasseraquarium
Zu den häufigsten Problemen gehören ein zu schneller Besatz, zu wenig Zeit für den Einfahrprozess und eine unruhige Abstimmung von Technik, Strömung und Reinigung. Auch eine überhastete Auswahl der Tiere kann später zu Stress im Becken führen.
Wer Veränderungen im Aquarium früh erkennt, kann meist einfacher gegensteuern. Trübes Wasser, auffälliges Verhalten der Tiere oder ungewohnte Rückstände im Becken sind Hinweise, dass das System genauer kontrolliert werden sollte.
Egal für welches System man sich entscheidet: Man sollte sich ausführlich im Fachhandel beraten lassen. Beim Salzwasser Aquarium muss – ebenso wie bei der Süßwasservariante – die Einrichtung Schritt für Schritt vorgenommen werden, also erst der Boden und die toten Steine, dann das vorbereitete Salzwasser einfüllen und die Technik anschließen. Das Wasser muss bis zu zehn Mal in der Stunde umgewälzt werden, woraus eine starke Strömung entsteht, welche die Korallen zum Leben brauchen. Wenn das Wasser aufgefüllt wurde, sollte man dem Aquarium ein paar Tage Zeit lassen, um sich zu setzen.
Vorsicht: Der Fischbesatz muss stets im Auge behalten werden, denn viele Fische und das entsprechende Fischfutter können eine zu hohe Anreicherung von Phosphat und Nitrat im Wasser bewirken, was wiederum für den Fortbestand der Korallen gefährlich werden könnte. Geeignete Fische für das Salzwasser Aquarium sind beispielsweise Korallenwächter, Seesterne und Doktorfische.
FAQ zu besonderen Aquarien
Ist ein Nano Aquarium für Einsteiger geeignet?
Nur bedingt. Wer wenig Erfahrung hat, sollte sich der empfindlichen Wasserwerte und des höheren Kontrollbedarfs bewusst sein.
Ist ein Meerwasseraquarium schwieriger als ein Süßwasseraquarium?
Ja, vor allem wegen Technik, Pflegeaufwand und der sensiblen Abstimmung der Wasserwerte.
Worauf kommt es bei der Auswahl der Tiere an?
Entscheidend sind die passende Beckenart, ausreichend Platz, das Verhalten der Tiere und ein Besatz, der zum System passt.
Was ist wichtiger: Optik oder Stabilität?
Für ein dauerhaft schönes Aquarium ist Stabilität immer wichtiger. Die Gestaltung sollte sich an den Bedürfnissen des Beckens orientieren.






